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29. März 2012

Designer

Gabriele Frantzen

Im Gespräch mit Gabriele Frantzen

Mitinhaberin des Multibrandstores "Frantzen & Frantzen", Markenbotschafterin von Labels wie 3.1 Phillip Lim und seit 2009 Schmuckdesignerin – deren Erfolge weit über die Geburtstadt München hinausgehen. Wir haben mit Gabriele Frantzen über Stil, Lieblingsaccessoires und den Lifestyle in New York gesprochen

Heute wird der Statement-Schmuck von Gabriele Frantzen in über 20 Ländern verkauft – in den angesagtesten Boutiquen und Edelkaufhäusern wie Saks Fifth Avenue, Fred Segal und Bird Brooklyn. Inspiration für ihre traumhaften Entwürfe findet Frantzen auf inspirierenden Reisen genauso wie in der Heimat und ihrer Vergangenheit. Wir haben mit Gabriele Frantzen über Leben und Stil gesprochen.

ELLE.de: Sie leiten das eigene Vertriebsunternehmen "Best of 19" für junge, aufstrebende Labels, waren Repräsentantin für Marken wie Phillip Lim und Eigentümerin des Multibrand Stores "Frantzen & Frantzen". 2009 gründeten Sie ihre Schmucklinie "Gabriele Frantzen" - liegt Ihnen Mode im Blut?
Gabriele Frantzen: Ich bin mit Mode aufgewachsen, habe ständig meiner Mutter beim Nähen zugesehen und mit ihren Stecknadeln und Garnrollen gespielt, als ich noch gar nicht laufen konnte (so erzählt es meine Mutter). Mit fünf Jahren fing der Taschentick schon an – unterstützt von meinem Großvater. Bei meiner Großmutter habe ich auf der Garage den Sonnenschirm als Umkleidekabine mit Decken verhüllt, sämtliche "Schätze" aus ihrem Keller geholt und Modenschauen für die ganze Straße veranstaltet. Faszination und purer Spaß an Mode begleiten mich schon immer.

ELLE.de: Als moderne Powerfrau, Unternehmerin und Kosmopolitin – wie beschreiben Sie ihren persönlichen Stil? Am Tag und am Abend.... beruflich und privat...
G.F.: Ich mache mir darüber immer gar nicht so viele Gedanken, aber wenn ich mich jetzt mal von außen betrachte, würde ich sagen: Mein Stil ist individuell und feminin, er wird bestimmt durch einen unkonventionellen Mix aus Vintage & Designer-Stücken, aus Basics und High Fashion. Für mein Styling bemühe ich mich nicht wirklich. Obwohl, ein paar "Regeln" gibt es natürlich schon: Niemals ohne High Heels ausgehen, und ich trage immer eines meiner Schmuckstücke. Gute Qualität ist mir wichtig, die zieht sich durch mein Styling ob privat oder beruflich, tagsüber oder abends.

ELLE.de: Ethno, opulent, elegant, zart, verspielt, sinnlich, tough, luxuriös – Ihr Schmuck hat viele Facetten. Können Sie diese auf einen Nenner bringen?
G.F.: Der Mix macht den Stil auch hier. Mein Schmuck soll jeder Trägerin eine individuelle und persönliche Note geben, als unkompliziertes und sehr besonderes Accessoire, das man from day to night tragen kann.

ELLE.de: "A modern take on Vintage Chic...." versprechen ihre Kollektionen. Wie erklären Sie sich die große Faszination vergangener Zeiten?
G.F.: Das Vergangene kann man als ganze Einheit betrachten, im Film erleben, in Büchern studieren, in Zeitungen recherchieren, alles in der Gesamtheit aufsaugen und doch Nuancen und Details aufnehmen. Im Moment sind wir im Hier und Jetzt, in einer extrem schnelllebigen Zeit und können deshalb unsere Vielfalt noch gar nicht in vollem Umfang begreifen. Man sucht sich Vorbilder zur Orientierung, erkennt sich wieder, wird inspiriert und betrachtet die Welt auch mit den Augen anderer. Beide Welten gehören unmittelbar zusammen und inspirieren mich zum Design.

ELLE.de: Vorbilder/ Ikonen - warum werden die Erinnerungen daran modisch wieder sehr wichtig?
G.F.: Die Geschichte wiederholt sich doch immer, oder?! Und so auch in der Mode. Vorbilder und Ikonen sind konkreter und greifbarer, sie geben Entwicklungen Gewicht und flößen Respekt ein. Alles läuft in Wellen, die Orientierung an Klassikern scheint wieder in den Vordergrund zu rücken und trotzdem geht alles – moderne Interpretationen und individueller Stil sind nicht mehr wegzudenken und das ist gut so.

ELLE.de: Anmut versus Attitude! Grace Kelly, Audrey Hepburn, Sophia Loren sind unantastbare Stilikonen. Heute werden gerne auch Namen wie Alexa Chung, Sienna Miller, Olivia Palermo oder Poppy Delevigne genannt. Mit Recht oder war früher alles besser?
G.F.: Auch heutige Stilikonen haben die Gabe, sich ihrer Person und ihrem Lebensumfeld gemäß zu stylen und werden dadurch zu Vorbildern. Der spielerische Umgang mit Stilrichtungen, der Mut zum Bruch lässt den eigenen Stil entstehen, das vermeintlich Perfekte oder gerade Unperfekte, wie z.B. die Zahnlücke von Giorgia Jagger machen das Besondere, das Unverwechselbare, den besonderen Stil, der von Bloggern und Fans weltweit verfolgt und imitiert wird. Früher waren die Looks festgelegt z.B. der New Look von Dior versus Chanel, ganz klare Abgrenzungen dienten zur Orientierung, heute ist alles möglich, das heißt aber nicht, dass alles chic und stilvoll ist. Anmut ist wichtiger als Attitude.

ELLE.de: Wer ist Ihre persönliche Stilikone?
G.F.: Audrey Hepburn, Coco Chanel, Jacky Kennedy, Daphne Guinness , Giovianna Bataglia.

ELLE.de: Kann man Stil lernen oder gar kaufen?
G.F.: Es gibt Dinge, die kann man nicht kaufen.

ELLE.de: Diamanten sind bekanntlich die besten Freunde der Damen.... Doch Schmuckstücke sind heute weit vielseitiger und echte Statement Pieces. Welche Message haben Ihre Gliederketten, Colliers und Armbänder?
G.F.: Meine Schmuckstücke stehen für Individualität, sie laden ein zum Spiel mit Zeitgeist und Coolness. Die Kollektionen feiern die Frau, den Fresh Look, den Spaß am Mix und es darf funkeln, auch tagsüber. Ein Augenzwinkern muss immer möglich sein.

ELLE.de: Chunky Tiger Black, Sundial Wood, Pearl Cascade, Butterfly Choker oder Sense and Sensibility Pendant – prächtige Namen für prächtige Schmuckstücke! Worin finden Sie Inspiration?
G.F.: Wir alle kennen die Geistesblitze und diese entstehen bei mir sicherlich durch gesammelte Eindrücke im Kino, in Museen, während meiner Reisen, auf der Straße. Ich spiele gerne mit Worten. Eine weitere große Inspirationsquelle sind Schuhe für mich. Die besten Designer vermögen es, auf kleinstem Raum wahre Kunstwerke schaffen, sie sind Meister ihres Fachs, des handwerklichen Könnens, der Mix von Farben wie bei Gemälden und einer Materialvielfalt, die Ihresgleichen sucht.

ELLE.de: Wie ermutigen Sie Frauen, auffälligen Schmuck auch tagsüber zu tragen? Gilt die Stilregel "weniger ist mehr" überhaupt noch?
G.F.: Einerseits kann weniger sicherlich in vielen Fällen oftmals mehr sein. Aber dies gilt nicht für meinen Schmuck. Dress up your life! Frauen können sich daran freuen, special und einzigartig zu sein. Das Spiel mit der Mode, Farben und Formen hat keine Grenze … enjoy and play!:

ELLE.de: Von München nach New York und dazwischen: Wo kleiden und stylen sich die Frauen Ihrer Erfahrung nach am besten? Und wie wurde Ihr eigener Stil von verschiedenen Kulturen beeinflusst?
G.F.: In Paris kleidet man sich wirklich très, très chic und feminin-elegant, in New York als Uptown Queen mit High Heels oder im Downtown Chic im individuellen Mix von Vintage & Fashion mit einem lockeren "Twist". Jede Frau, die in sich ruht, strahlt von innen – das ist ein "Stilelement", das über Landes- und Kulturgrenzen hinaus gültig ist. Selbst das schlichteste T-Shirt wird besonders durch ein mit Bedacht ausgewähltes Schmuckstück. Ich liebe alle Facetten und möchte immer ich sein, gehe nie ohne ein Schmuckstück aus dem Haus und habe IMMER ein extra Stück in der Tasche. Man weiß nicht, was der Tag noch bringt?!

ELLE.de: Trendwatch: Welche großen Modetrends werden Sie kommenden Sommer mitmachen und welche lieber bleiben lassen?
G.F.: Generell mache ich die Modetrends nicht so total mit, ich kaufe, was mir gefällt. Natürlich gibt es Sachen die einfach wunderschön sind, wie die Bags von Celine. Wahnsinnig gern mag ich Marni und Dries van Noten, weil ihr Design außergewöhnlich und anders ist. Viele Designer inspirieren mich, ich trage gerne gutes Design und gute Qualität. Aber ich kaufe sie nicht "weil man es haben muss". Eher im Gegenteil, dann kaufe ich es gerade nicht. Ich trage eigentlich nur, was ich wirklich gut finde, ob Vintage oder Brand New!

ELLE.de: Boutique, Vertriebsunternehmen, Schmucklabel – Haben Sie ein nächstes, großes Ziel und verraten Sie es uns?
G.F.: Mein Schmucklabel weiterhin international nachhaltig zu platzieren. Ansonsten gilt mein großer Respekt alten Menschen, deshalb würde ich gerne wieder eine Charity für Menschen in Altersheimen auf die Beine stellen, wie 2010 für das Harlem Nursing Home in NY und das Damenstift in München.
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